Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 14-24 - 25.08.2014

DGB warnt vor Altersarmut in der Emscher-Lippe-Region

Der Deutsche Gewerkschaftsbund warnt vor sinkenden Renten und zunehmender Altersarmut in der Emscher-Lippe-Region. Männer, die 2013 erstmals eine Altersrente bezogen haben, erhielten nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung im Durchschnitt 1.034,49 Euro. Bei den Frauen waren es 429,98 Euro.

 

„Die Männer liegen damit im Landesvergleich im Mittelfeld. Allerdings sind die Neurenten seit 1993 erheblich gesunken – inflationsbereinigt um fast 40 Prozent. Dies ist sicherlich auf den massiven Abbau von industriellen und gewerblichen Arbeitsplätzen zurückzuführen. Die Frauen in der Emscher-Lippe-Region hatten trotz eines deutlichen Anstiegs die niedrigsten Einstiegsrenten im ganzen Land NRW“, erläutert DGB-Sekretär Hans Hampel.

 

Anlass zur Sorge bestehe vor allem angesichts des stetig sinkenden Rentenniveaus. So hätten Neurentnerinnen und –rentner im Jahr 1990 noch einen Rentenanspruch auf über 50 Prozent ihres durchschnittlichen Einkommens gehabt, während sie heute mit 45 Prozent auskommen müssen. Durch den demografischen Wandel werde sich dieser Trend noch verschärfen und die Emscher-Lippe-Region hart treffen. Schon Durchschnittsverdiener hätten immer größere Schwierigkeiten, ihren Lebensstandard im Alter zu sichern. Besonders betroffen seien aber Menschen mit kleinen Einkommen, die oftmals nur Renten unterhalb der Grundsicherung erwirtschaften können. „Auch durch die hohe Arbeitslosigkeit werden immer mehr Menschen von niedrigen Renten betroffen sein. Wenn das Rentenniveau zukünftig noch weiter absinkt, könnte Altersarmut zu einem Massenproblem in der Region werden“, so Hampel.

 

Der DGB fordert, diesem Trend konsequent entgegenzusteuern. „Unser Vorschlag ist die schrittweise Anhebung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung von heute 18,9 Prozent auf 22 Prozent im Jahr 2030. Allein schon dadurch wäre es möglich, das weitere Absinken des Rentenniveaus zu verhindern und die Erhöhung des Renteneintrittsalters auszusetzen“, erklärt Hampel. „Gerade in der Emscher-Lippe-Region ist zudem notwendig mehr gute Arbeit zu schaffen: Fair bezahlte Arbeit ist die beste Garantie für auskömmliche Renten. Außerdem müssen wir Lohndumping eindämmen. Der von den Gewerkschaften durchgesetzte Mindestlohn kann dabei nur ein erster Schritt sein“.

 

 

Hinweis an die Redaktionen: Im Dateianhang finden Sie eine Zusammenstellung der Daten für die Region Emscher-Lippe, den Kreis Recklinghausen und die Städte Gelsenkirchen und Bottrop


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