Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 17-41 - 12.11.2017

DGB weist CDU-Kritik an der Gelsenkirchener Wirtschaftsförderung zurück

Mit Unverständnis reagiert der DGB in Gelsenkirchen auf die jüngste Presseveröffentlichung der örtlichen CDU in der sie die städtische Wirtschaftsförderung kritisiert. Anlass ist die Ansiedlung der AGR Europe, der Logistik-Tochter des Glasherstellers Pilkington, auf dem Gelände der ehemaligen „Chemischen Schalke“ an der Uechtingstrasse.

CDU-Bürgermeister Werner Wöll kritisiere die Ansiedlung der Pilkington-Tochter auf der ehemaligen Industriebrache, weil die 120 neuen Arbeitsplätze nur von Bochum nach Gelsenkirchen verlagert würden. Angesichts des Flächenverbrauchs des Logistikers bringe dies für den Gelsenkirchener Arbeitsmarkt zu wenig. Die Ansiedlung von IKEA mit mehreren hundert Arbeitsplätzen hätte an dieser Stelle für den Gelsenkirchener Arbeitsmarkt deutlich positivere Effekte erzeugt.

Der DGB sieht die Lage jedoch anders. Es sei mit Blick auf die beiden Standorte des Glasherstellers in Gladbeck und Gelsenkirchen eine räumlich nahe und verkehrstechnisch sehr gute Anbindung der Logistik-Tochter an die beiden Produktionsstandorte realisiert und damit eine Stärkung der Industrie in der Emscher-Lippe Region erreicht worden. „Wir begrüßen diese industriepolitische Entwicklung mit Hilfe der Gelsenkirchener Wirtschaftsförderung sehr. Die Industriestandorte und Arbeitsplätze werden dadurch sicherer“, erklärte der DGB-Vorsitzende Josef Hülsdünker.

Der DGB hält die Beurteilung des industriellen Investments der Pilkington-Gruppe ausschließlich anhand der Zahl der verlagerten Arbeitsplätze im Verhältnis zur beschäftigungsstärkeren IKEA-Ansiedlung für kurzschlüssig. Die IKEA-Ansiedlung in Bottrop, unweit der Gelsenkirchener Stadtgrenze, sei unter arbeitsmarktlichen Gesichtspunkten auch von Vorteil für Gelsenkirchen. „Schließlich reichen Arbeitsmärkte regelmäßig weit über die Grenzen einer Stadt hinaus. Bottrop und Gelsenkirchen finden sich ja nicht nur unter dem Dach der Arbeitsagentur zusammen, sondern haben auch bei der IKEA-Ansiedlung ganz im Sinne des regionalen Denkens in der Emscher-Lippe Region sehr gut kooperiert. Gelsenkirchen hat also sowohl Industriearbeitsplätze abgesichert als auch 120 neue dazu gewonnen und kann zudem viele Gelsenkirchener bei IKEA unterbringen“, meint Hülsdünker.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis