Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 14-22 - 24.07.2014

DGB und Groß (MdB) fordern mehr Unterstützung für die Emscher-Lippe-Region

Natalia Sandu staunte nicht schlecht über das offene Gespräch zwischen Michael Groß MdB und Vertretern des DGB Emscher-Lippe. Als gebürtige Moldauerin sind Frau Sandu freie Gewerkschaften auf Augenhöhe der Politik eher unbekannt. Natalia Sandu macht gegenwärtig ein Praktikum beim Bundestagsabgeordneten und begleitet ihn auf seiner Sommertour, die ihn dieses Mal zum DGB Emscher-Lippe führte. Anlass für das Gespräch des Bundestagsabgeordneten mit führenden Gewerkschaftern war die Neugründung der Emscher-Lippe-Agentur und der mit Hilfe der Landesregierung angestrebte regionale „Umbau 21“. DGB-Regionsgeschäftsführer Josef Hülsdünker, gewähltes Mitglied des Aufsichtsratspräsidiums der Emscher-Lippe-Agentur, berichtete über die auf der Konferenz bereits sichtbar gewordenen Handlungsfelder. „Wir warten gegenwärtig auf den neuen Geschäftsführer der Emscher-Lippe-Agentur und wollen dann an die Umsetzung von Projekten im Bereich Bildung, Kreislaufwirtschaft und Industriebrachen gehen“.

Aus der gemeinsamen Überzeugung heraus, dass es wissenschaftliche und technologische Unterstützung bei der Bewältigung des Kohlerückzugs geben müsse, wollen sich Groß und die Gewerkschaftsvertreter für die Ansiedlung von Stiftungslehrstühlen an der Westfälischen Hochschule und neue Technologieeinrichtungen stark machen. Letztere sollen insbesondere für Unternehmen der Region Lösungen bei technischen Problemen erarbeiten. Sowohl bei Michael Groß als auch bei den Gewerkschaftsvertretern bestand die Auffassung, dass der regionalen De-Industrialisierung nur mit einer breit angelegten Technologie- und Qualifizierungsoffensive begegnet werden kann. Mit Blick auf die zukünftige Fachkräftesicherung waren sich die Gesprächspartner einig, dass mit aller Macht versucht werden muss, Schulabbrüche ohne Abschluss zu verhindern, um den Einstieg in eine duale Erstausbildung zu ermöglichen.

Eine lange nicht gekannte Nähe gab es in der Rentenfrage. Die Abkehr von einer generellen Rente mit 67 wurde beiderseits begrüßt. Jedoch wiesen der SPD-Vertreter als auch die Gewerkschaftsvertreter darauf hin, dass durch das stark sinkende Rentenniveau nach wir vor großflächige Altersarmut drohe. Verabredet wurde, dass beide Seiten in ihren jeweiligen Gremien auf eine Erhöhung des Rentenniveaus hinarbeiten. „Wir brauchen ein Sicherungsniveau für die Renten, dass 50 Prozent + x des letzten Nettogehaltes beträgt, sonst schlittern viele Beschäftigte in die Altersarmut“, erklärte Michael Groß (MdB). Verabredet wurden auch weitere Gespräche mit anderen Bundestagsabgeordneten aus der Region, um mehr Unterstützung in Berlin bei der Bewältigung der regionalen Strukturkrise einzufordern. Beide Seiten betonten erneut, die Wichtigkeit eines sozialen Arbeitsmarktes in der Emscher-Lippe-Region, um zumindest für einen Überbrückungszeitraum die hohe Unterbeschäftigung abzumildern.


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