Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 18-18 - 05.10.2018

Energiewende und Verbundwirtschaft im nördlichen Revier

Energiewende funktioniert nur als ganzheitliches Konzept mit den Beschäftigten.

DGB verabschiedet auf seiner Konferenz in der Emscher-Lippe Region eine Resolution zur Energiewende und Verbundwirtschaft.

Unter dem Titel „Energiewende und Verbundwirtschaft im nördlichen Ruhrgebiet“ lud der Deutsche Gewerkschaftsbund in der Emscher-Lippe-Region in die Schwarzkaue der ehemaligen Zeche Schlägel und Eisen in Herten. Über 150 Betriebs- und Personalräte sowie Vertreter der Einzelgewerkschaften informierten sich über die Auswirkungen des Strukturwandels auf die Verbundwirtschaft in der Region. „Wir brauchen ein ganzheitliches Konzept für das nördliche Ruhrgebiet und ich freue mich, dass Politik, Gewerkschaft und Verbände hier einen gemeinsamen Weg gehen wollen“, so Mark Rosendahl, Regionsgeschäftsführer des DGB Emscher-Lippe. Harald Sikorski, Landesbezirksleiter der IG BCE Westfalen berichtete über die Arbeit der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung. Oliver Wittke, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, stellte in seinem Vortrag den Dreiklang zwischen Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft in den Vordergrund. Der Erhalt des Industriestandortes gehört für den Gelsenkirchener genauso zur Energiewende wie eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung und ein ehrgeiziger Klimaschutz.

In der nachfolgenden Diskussion erklärten die Betriebsratsvorsitzenden von BP-Ruhr Oel, Darko Manojlovic und Holger Grzella (Uniper) die intensive Verflechtung der Kraftwerksstandorte mit energieintensiven Chemie-, Baustoffunternehmen und der Versorgung mit Fernwärme im Ruhrgebiet. Thomas Wessel, Personalvorstand der Evonik Industries, erläuterte, dass Investitionen wie der geplante in Milliardenhöhe am Standort Marl an einigen Entscheidungskriterien hängen und dazu gehören Energiesicherheit und der Energiepreis. Wenn sich dieser Standortvorteil Deutschlands ändern sollte, änderten sich auch Investitionsentscheidungen. Die Stärkung des industriellen Kerns sowie die Verantwortung zur Fachkräftesicherung und Ausbildung wurden als Hauptziele für die nächsten Jahre herausgestellt.

In einer Runde mit der Wissenschaftlerin Judith Terstriep vom IAT Gelsenkirchen und Ralf Köpke, Bezirksgeschäftsführer des DGB in Nordrhein-Westfalen wurde verdeutlicht, dass Bildung und die Neuansiedlung von industriellen und tarifgebundenen Arbeitsplätzen weiterhin die Schlüssel für eine erfolgreiche und wirtschaftlich starke Region seien.

Ein Positionspapier, unterzeichnet von Frank Baranowski (OB Gelsenkirchen und Vorsitzender Kommunalrat Ruhrgebiet), Karola Geiß-Netthöfel (Regionaldirektorin RVR), Michael Groß (Sprecher SPD-MdBs Ruhrgebiet), Josef Hovenjürgen (CDU-Generalsekretär NRW und Verbandsvorsitzender des RVR), Mark Rosendahl für den DGB Emscher-Lippe und Thomas Wessel (Vorstand Evonik Industries), wurde Staatssekretär Oliver Wittke als Signal des Ruhrgebietes für die Kommission in Berlin überreicht: Die Energiewende muss so gestaltet werden, dass die Wertschöpfungsketten der Industrie erhalten bleiben.

 

Gruppenfoto Diskussionsteilnehmer

Auf dem Foto sehen Sie von links nach rechts Oliver Wittke, Darko Manojlovic, Holger Grzella, Karola Geiß-Netthöfel, Judith Terstriep, Mark Rosendahl, Thomas Wessel, Harald Sikorski. DGB Emscher-Lippe


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