Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 15-51 - 26.11.2015

DGB fordert mehr Ausbildungs- und Arbeitsförderung für Geflüchtete und Langzeitarbeitslose

Der DGB Emscher-Lippe fordert mehr Maßnahmen zur Arbeitsförderung von Bund und Land für die Geflüchteten in der Region. Benötigt werden Sprach- und Integrationskurse und eine schnelle personenbezogene Kompetenzfeststellung. Der DGB weist auch auf die Notwendigkeit umfangreicher Investitionen in Aus- und Weiterbildung hin. „Die Anstrengungen von Wirtschaft und Politik müssen jetzt darauf ausgerichtet werden, eine ‚doppelte‘ Integration zu schultern – die der Geflüchteten und die der Langzeitarbeitslosen“, verlangt DGB-Regionsgeschäftsführer Josef Hülsdünker. Vor allem müsse die Schaffung neuer Ausbildungs- und Arbeitsplätze erheblich mehr Gewicht erhalten und ein sozialer Arbeitsmarkt für gänzlich perspektivlose Langzeitarbeitslose eingerichtet werden.

Neben der Unterbringung und Versorgung der Geflüchteten sieht der DGB im zügigen Erlernen der deutschen Sprache die wichtigste Maßnahme, um die Berufsausbildung oder Arbeitsaufnahme von Geflüchteten zu erleichtern. Die Gewerkschaften befürworten deshalb auch die massive Ausweitung der Angebote an Sprach- und Integrationskursen durch die Arbeitsagenturen in Gelsenkirchen und Recklinghausen. Der DGB schlägt vor, anstelle langwieriger, vorgeschalteter Sprachkurse auch das Erlernen der deutschen Sprache innerhalb von Arbeit und Ausbildung zu ermöglichen.

Ferner sieht der DGB in der raschen und genauen Feststellung der tatsächlichen Kenntnisse und Fertigkeiten der Geflüchteten eine wichtige Aufgabe angesichts der erheblichen Unterschiede zwischen den Bildungssystemen der Herkunftsstaaten. Zeugnisse und Nachweise, falls überhaupt vorhanden, helfen laut DGB nur bedingt weiter, konkrete Arbeitsmöglichkeiten für Geflüchtete zu identifizieren.

Vor allem aber verlangt der DGB von den Unternehmen in Gelsenkirchen, Bottrop und im Kreis Recklinghausen deutlich mehr Anstrengungen bei der Schaffung zusätzlicher Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Sichergestellt werden müsse allerdings, dass Geflüchtete nicht als Arbeitskräfte zweiter Klasse missbraucht werden. „Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn für Geflüchtete lehnen wir strikt ab. Dies wäre unwürdig für die Menschen und würde die übrigen Beschäftigten unter Druck setzen“, so Hülsdünker.

Der DGB betont, dass alle genannten Maßnahmen und Ziele den Einsatz von mehr Personal und Geld nötig machen und fordert daher die Bundes- und Landesregierung zur Bereitstellung der erforderlichen Mittel auf. „Nur wenn wir umfassend in die Aus- und Weiterbildung von Geflüchteten und Langzeitarbeitslosen investieren, werden wir wachsende soziale Spannungen verhindern können,“ sagt Hülsdünker.


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